Dummer Kaffee

Dumm, schelte ich mich. Hätte nicht Ja sagen dürfen. Nur ein Kaffee. Harmlos. Und doch... da waren wieder diese Blicke, die Vertrautheit, das Sich-Wohlfühlen. Masken die fallen, Ruhe kehrt ein. Freigelegt was wir zu verstecken suchten. Gefühl, zu viel Gefühl. Lange nicht mehr gewesen, wir unter vier Augen. Keine Beobachter, kein Scheinwaren. Nur wir zwei in der kleinen Küche. Wir zwei und der Kaffee. Dumm. [...]

Der Besuch des Trauerschwans

Ohne Nähe keine Wunden...oder? "...Meine Augen brauchten etwas, um sich nach dem Lesen unter der Tischlampe an die Dunkelheit zu gewöhnen. Ich starte Richtung Teich, hörte das sanfte Platschen auf dem Wasser und dann wieder ein Tröten. Diesmal leiser, unaufgeregter. Bis ich ihn sah. Er schwamm inmitten meines Teiches, zwischen den bereits erblühten Seerosen und reckte seinen langen Hals in die Nachtluft ehe er sich mit ausgebreiteten Flügeln aufrichtete und sich schüttelte. Ich wich zurück. Sein Anblick zog einen Schraubstock um meine Brust. Ich hoffte noch, er würde nur kurz Rast machen, doch dann schob er seinen roten Schnabel unter seinen schwarzen Flügel und mir war klar, er würde bleiben. Der Trauerschwan...."