Ein Winzling zwischen Baumriesen

Familie - zwischen Geborgenheit, Liebe und tiefreichenden Triggern - "Später am Tag: Die Decke um mich geschlungen rase ich durch den Garten und versuche dem Hagel auszuweichen. Durchnässt vom strömenden Regen, zerzaust vom Wind mit schmerzenden Kratzern versehen. Angekommen auf der sicheren Veranda drehe ich mich schockiert um. Was war passiert? Ich starre zu meinem Wäldchen hinüber. Aus sicherer Entfernung wirkt es friedlich. Die Kronen wiegen sich sanft im Wind. Ich reibe mir die Augen und kann es nicht verstehen. " [...]

Der undurchdringliche Nebel

Willkommen Depression "Ein grauer Schleier, raubt mir die Sicht. Ich höre Stimmen, doch sehen, kann ich nur dunkle Schatten hinter der Nebelwand. Sie rufen mir etwas zu, doch ich kann sie nicht verstehen. Der Nebel verzerrt ihre Stimmen. Ich laufe auf die Schatten zu, will die Nebelwand durchbrechen. Doch meine Beine werden schwer. Der Nebel hält mich zurück. Er lahmt meine Muskeln und legt sich schwer auf meine Glieder. Ich rufe den Stimmen zu, doch sie antworten nicht. Ich versuche es wieder, forme mit meinen Händen einen Trichter vor meinem Mund und brülle aus Leibeskräften. Ich lausche meiner Stimme, nicht mehr als en Krächzen. [...]

Eigenwillig sind die alten Bäume

Wenn wir erwachsen und die eigenen Eltern zu Teenagern werden "Mit meiner morgendlichen Tasse Kaffee, noch im Schlafanzug mit übergeworfener Jacke und Stiefeln, stehe ich unter meiner Esche. Den Kopf habe ich schief gelegt, den Mund nachdenklich verzogen und die Stirn in Falten gelegt. "Was zur Hölle...", murmle ich und mache einige Schritte um die Esche herum. Das muss ich mir doch noch mal aus einem anderen Winkel ansehen. Aber an dem Bild, das sich mir da bietet, ändert sich nichts. Langsam hebe ich meine Kaffeetasse, trinke einen großen Schluck, wende jedoch meinen Blick nicht von dem Ast ab. Der Ast. Der ist wirklich da. Es liegt nicht daran, dass ich noch nicht ganz wach bin. Ich habe ihn mir nicht eingebildet. Er ist da... Wirklich! ..."

Wie könnt ich wegsehen, wenn Deine Krone sich im Sturm neigt

Tipps gegen Quarantäne-Koller "Ein herrlich sonniger Tag... eigentlich. Windstill... eigentlich. Wolkenlos... eigentlich. Kein Schädling in Sicht... eigentlich. Mein Garten liegt in strahlendem Sonnenschein, die Schafe weiden (dabei sind sie immer die ersten, die bei dem geringsten Anflug eines Sturms verschwinden), die Bienen summen und die Vögel zwitschern. Hier, in meiner eigenen kleinen Welt, innerhalb meines efeuumrankten Zauns, ist die Welt in Ordnung. Doch etwas, macht mich stutzig. Es sind die Bäume und Sträucher, die über meinen Zaun hinaus ragen. Es sind ihre Kronen, die sich im Wind beugen...."

Die Leiter in meinem Garten

Das gesunde Maß des Helfens "Während ich noch überlege, welcher Arbeit ich mich heute widme, höre ich ein lautes Knacken. Erschrocken drehe ich mich in die Richtung, aus der das Geräusch ertönte. Und sehe meinen wunderschönen Magnolienbaum, dessen unterster Ast mit seinem Gleichgewicht zu kämpfen scheint. Besorgt eile ich zu ihm, um mir das genauer anzusehen. Bei näherer Betrachtung sehe ich sie, die Einbohrlöcher von Borkenkäfern. Sie müssen sich heute Nacht unter seine Borke gegraben haben und richten nun in seinem empfindlichen Holz ihren Schaden an...."

Ein stürmischer Tag

Wenn am Leben bleiben alles ist, was geht "Grau. Windig. Keine Vögel. Keine Schafe. Der Monsun von gestern hat seine Spuren hinterlassen. Verbittert starre ich in den Garten. Ein Nebel hängt über ihm und lässt meinen Blick verschwimmen. An meinem Teich sitzt ein Reiher. Vom Kompost weht ein beißender Geruch herüber. Ich schiebe die Tasse frischen Kaffees unter meine Nase, schließe meine Augen und atme den Duft ein. Vor meinem inneren Auge lasse ich Sonnenstrahlen durch die Wolken tanzen...."

Bis zum letzten Staubkorn

Perfektion - die Angst vor Fehlern "Frustriert starre ich meinen heutigen Stein an. Er sitzt etwas verkantet unter den oberen Steinen. Eigentlich möchte ich ihn gerne woanders hinsetzen... aber was ist, wenn dann der ganze Steingarten in sich zusammenfällt? Da wo er jetzt ist, gefällt er mir nicht. Aber was ist, wenn ich ihn zerbreche sobald ich ihn versuche herauszuziehen? Ich setze mich auf den Hosenboden und starre weiter diesen Stein an. Nur diesen einen Stein. Wie er kantig hervorragt und meine Vorstellung von meinem Steingarten zunichtemacht. Ich möchte doch einen in sich stimmigen, aufeinander abgestimmten... perfekten Steingarten!..."

Kräutertee auf der Schaukel

Tägliche Rituale zum Durchatmen "Friedlich liegt er heute da, mein Garten. Nach so vielen Stürmen der letzten Jahre, scheint er die Ruhe zu genießen und nimmt dankbar ihre spendende Energie auf. Auch am Kompost bleibe ich kurz stehen. Zufrieden stelle ich fest, dass der Abfall der letzten Wochen durch den starken Regen, den der Sturm mit sich brachte, langsam verrottet...."

Weitere Steine schrubben

"Nein" sagen und Grenzen setzen ""Guten Morgen Welt! Wie geht es Dir heute?" Ich stehe mit meinem Kaffee in der Hand und einer Katze auf der Schulter an den Stufen meiner Veranda, habe mich an den Pfosten gelehnt und strahle mit der Sonne um die Wette. Du siehst mich gerade bei meinem Morgenritual. Denn ich gehe jeden Morgen hinaus, schaue in die Ferne und begrüße die Welt. Irgendwie macht mir das gute Laune. Wobei die heute auch vorher schon da war. Die Sonne scheint, der Himmel ist strahlend blau und die Vögel zwitschern. Meine Katze schnurrt fröhlich auf meiner Schulter vor sich hin und schmiegt ihre Wange an meine. Genau in diesem Moment ist meine Welt perfekt so wie sie ist...."

Ein Stein nach dem Anderen

Kritik - ein Kratzer auf Wunder Haut "Und natürlich zwei Schüsseln Salat. Eine für Nilgans Hannes und eine für mich. Ich trage alles nach draußen und mache es mir gegenüber von Hannes bequem. Der scheint zufrieden mit seinem Mittagessen. Und ich bin es auch. Nachdem wir so gemütlich den Nachmittag verbracht haben, ist mir abends wieder nach etwas Gartenarbeit. Der Steingarten wartet..."