Spaziergang durch den Garten

"Die Fäuste in die Hüften gestemmt stehe ich auf den Stufen meiner Veranda. Hosenbeine und Ärmel habe ich hochgekrempelt, in meinen Taschen stecken Handschuhe und eine Gartenschere. Ich bin bereit! Voller Arbeitseifer hüpfe ich barfuß die Stufen hinunter und lande im weichen Gras. Kitzelnd trifft das Gras auf meine Füße und Unterschenkel. Lächelnd schaue ich an mir herab und wühle mit den Zehen im satten Grün. Als ich wieder aufschaue, lasse ich meinen Blick durch den Garten schweifen. Ein wärmendes Gefühl der Liebe steigt in mir auf. Ja, ich liebe ihn, meinen Garten. So viel Arbeit habe ich in diesem Jahr in ihn gesteckt und jetzt ist da mehr als nur Stolz, da ist aufrichtige, tiefreichende Liebe. Umso mehr ist es nun an der Zeit, ihm wieder etwas Liebe zu geben. In den letzten Wochen hatte ich wenig Zeit für ihn und war kaum zu Hause. Doch heute, heute gehört der Tag ihm. Wollen wir doch mal sehen, was ich an Baustellen finde... "

Offener Brief

Mir brennt etwas auf der Seele. Ich habe das Bedürfnis, mich euch zu erklären. Euch, die ihr mir nahe steht. Ich möchte euch erzählen, was in dem letzten dreiviertel Jahr meines Lebens passiert ist. Ich weiß, dass ich mich von vielen zurückgezogen habe. Ganz bewusst. Ich brauchte Zeit für mich. Ruhe. Ohne Einflüsse von außen. Ich musste in Zwiesprache gehen, musste auf meine Stimme lauschen und dazu war es nötig, alle Ablenkungen von außen auszuschalten.

Aus dem Gleichgewicht gefallen

Ich denke an ihn. Immer und immer wieder. Gehe Situationen und Gespräche durch. Male mir neue Szenarien aus. Es ist nicht er, der mich süchtig nach sich macht, es ist das Gefühl, das er in mir heraufbeschwört. Das Gefühl, etwas Besonderes zu sein, im Gefühlsleben eines anderen der Mittelpunkt zu sein, begehrenswert zu sein. Es … Aus dem Gleichgewicht gefallen weiterlesen

Ein Winzling zwischen Baumriesen

Familie - zwischen Geborgenheit, Liebe und tiefreichenden Triggern - "Später am Tag: Die Decke um mich geschlungen rase ich durch den Garten und versuche dem Hagel auszuweichen. Durchnässt vom strömenden Regen, zerzaust vom Wind mit schmerzenden Kratzern versehen. Angekommen auf der sicheren Veranda drehe ich mich schockiert um. Was war passiert? Ich starre zu meinem Wäldchen hinüber. Aus sicherer Entfernung wirkt es friedlich. Die Kronen wiegen sich sanft im Wind. Ich reibe mir die Augen und kann es nicht verstehen. " [...]

Verquere Logik einer Depression

"Was hast Du heute geleistet?" "Ich habe überlebt..." "Das ist doch keine Leistung!" "Was ist denn dann eine Leistung?" "Leistung ist, wenn Du etwas machst, etwas schaffst... aktiv. Nicht einfach passiv herumsitzt." "Okay, dann beende ich morgen das passive Überleben und springe aktiv aus dem Fenster " *Applaus* AnmerkungMenschen, die in einem depressiven Tief stecken, … Verquere Logik einer Depression weiterlesen

Barfuß über Glasscherben – kannst Du die Blumen sehen?

Angst vor Schmerzen vs. Neugier aufs Leben - "Erschöpft sitze ich auf einem Stuhl in meinem Gewächshaus. Die Ellenbogen auf die Knie gestützt, den Kopf in den Händen versunken. Still horche ich der beruhigenden Melodie des prasselnden Regens auf dem gläsernen Dach. Die Tropfen scheinen zu tanzen, ehe sie sich zu einem Schleier verbinden und das Dach hinabströmen. Außer dem Regen und meinem leisen Atem ist kein Laut zu hören. Nichts, was von außen zu mir hinein dringen könnte. Meine Welt schrumpft auf diese kleine gläserne Hülle. Ganz so, als würde die Welt enden, dort hinter den gläsernen Wänden. Kurz beruhigt mich dieser Gedanke, doch als ich den Kopf hebe, sehe ich Schatten hinter dem Schleier aus Regentropfen. Dunkle Schatten. Schnell verstecke ich meinen Kopf zwischen den Knien und schlinge meine Arme fest darum. Hier kann mir keiner was. Hier können die Schatten nicht herein. Hier bin nur ich." [...]

Ich will eine Glaskuppel um meinen Garten!!!

Leben in einem geschützten Rahmen "Ich stehe an einem Scheideweg und das macht mir Angst. Das macht mir so große Angst, dass mir der Angstschweiß in die Augen fließt und meinen Blick verschleiert. In den letzten Monaten habe ich viel erreicht. Ich habe aufgeräumt in meinem Inneren. Habe mich gefragt, wer ich bin, was ich will und was ich nicht will. Wie will ich leben? Wie kann ich leben? Seit zwei Wochen habe ich das Gefühl, diese Arbeit im Großen und Ganzen abschließen zu können. Klar, es gibt immer noch einiges, an dem ich arbeiten kann und auch will, aber das braucht vielleicht noch etwas Zeit und auch die richtige Gelegenheit, um es angehen zu können. Und jetzt? Wie geht es jetzt weiter?" [...]

Gartenruine – Abreißen oder reparieren?

Wie oft kann man etwas reparieren, bis es nicht mehr hält? - Vorsichtig schaue ich mich um. Gewütet hat der Wind. Verstreut finde ich auf dem Rasen Äste und Blätter, umgeknickt sind viele Blumen. Die Fische peitschen unruhig an der Oberfläche, um den Kompost liegt halb kompostiertes verstreut. Dann fällt mein Blick in die Ecke mit den Blatthaufen, die ich dort in den letzten Jahren sorgsam aufgeschichtet habe. Zumindest waren sie dort. Jetzt liegen die Blätter im ganzen Garten verstreut. Dort wo sie lagen, kommt nun etwas anderes zum Vorschein: ein Schutthaufen. Scherben, eingestürzte Mauern, Eisenstangen, Bretter. Schmerzend schnappe ich nach Luft. Mein so ordentlich aufgeräumter Garten, hat nur versteckt, was ich nicht sehen wollte. Verschüttet. Vergessen. Und doch immer dagewesen. [...]

Düngen – braucht wirklich jeder das Gleiche?

Was braucht der Mensch? - "Seit einiger Zeit unterhalte ich mich mit einem Bekannten immer mal wieder über das Thema Liebeskummer. Warum? Weil wir ihn eben beide momentan habe, wenn auch die Situationen völlig andere sind. Aber die Sehnsucht, das Vermissen, kennen wir beide. Nun versuchen wir uns gegenseitig zu helfen und geben uns Ratschläge. Doch irgendwie treffen die nicht auf fruchtbaren Boden. Warum nicht? Ich kann seine nicht annehmen, weil sie fernab meiner Überzeugungen liegen und er kann meine nicht annehmen, weil er eine andere Vorstellung vom Leben hat. Wieder einmal wird mir bewusst, dass wir die Situation des anderen immer nur aus unserer Position heraus betrachten. Das muss nicht unbedingt schlecht sein, denn manchmal kann es dem anderen helfen, seine Situation einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Dennoch sagt der Ratschlag mehr über uns als über ihn aus." [...]

Der undurchdringliche Nebel

Willkommen Depression "Ein grauer Schleier, raubt mir die Sicht. Ich höre Stimmen, doch sehen, kann ich nur dunkle Schatten hinter der Nebelwand. Sie rufen mir etwas zu, doch ich kann sie nicht verstehen. Der Nebel verzerrt ihre Stimmen. Ich laufe auf die Schatten zu, will die Nebelwand durchbrechen. Doch meine Beine werden schwer. Der Nebel hält mich zurück. Er lahmt meine Muskeln und legt sich schwer auf meine Glieder. Ich rufe den Stimmen zu, doch sie antworten nicht. Ich versuche es wieder, forme mit meinen Händen einen Trichter vor meinem Mund und brülle aus Leibeskräften. Ich lausche meiner Stimme, nicht mehr als en Krächzen. [...]