Die Schafe flüchten im Sturm

"Zurück zu mir - ...Hastig zerre ich an meinem Ärmel, doch die Zweige zerren zurück und der Ast der Pappel zittert in diesem Kampf. "Hör auf!", brülle ich verärgert und löse mit einem Ruck meinen verhedderten Ärmel. Machtlos gegen das plötzlich fehlende Gegengewicht strauchle ich, taumle ein paar Schritte zurück und lande dann mit einem lauten Platscher in der Matsche. Meine festgezurrte Kapuze löst sich und rutscht mir über den Hinterkopf. Verwirrt schnaufend starre ich die Pappel an. Ruhig steht sie da, als wäre nichts gewesen. Kein Windhauch peitscht ihre Zweige, kein Regentropfen rinnt an ihr herab. Ich brauche ein wenig, um die Situation zu begreifen. So lange hielt der Sturm an, dass ich sein Ende nicht bemerkte. Hielt ich das Zittern meiner Muskeln für den Wind und den Schweiß auf meiner Haut für den Regen. ..."

Ein Windstoß und die Arbeit war umsonst…?

Nachsichtiger Umgang mit Rückfällen "Heulend sitze ich mitten auf meinem Rasen, das Gesicht tief in den Händen vergraben. Das darf doch alles nicht wahr sein! So viel Arbeit und nun soll alles umsonst gewesen sein? Vorsichtig schaue ich zwischen meinen Fingern durch. Doch, da liegen sie: Blätter! In mitten meines Rasens. Das muss der Herbstbeginn sein! Bald wird es stürmen, in Strömen regnen, der ganze Garten wird verwüstet sein!!! Vor meinem inneren Auge ziehen bereits Stürme auf. Stürme, die all meine Arbeit wieder zunichtemachen. Wofür dann das alles? Was habe ich erreicht, wenn es nach einem Sturm wieder alles zerstört sein wird? Ich will das einfach nicht sehen. Schnell springe ich auf und hechte die Stufen zu meiner Veranda hoch. Dort angekommen, verkrieche ich mich ganz tief unter meiner Decke." [...]

Läusebefall Teil 2 – Behandlungsversuch

Ungesunde Beziehungen - Verhaltensmuster durchbrechen "Lange saß ich dort auf dem Boden und starrte die beiden Bäume an. Ich überlegte hin und her, wog sämtliche Optionen ab, bis ich eine Entscheidung traf. Nein, ich werde sie nicht fällen, nur weil sie Arbeit machen. Ich werde für sie kämpfen, werde sie unterstützen, damit sie kräftiger und widerstandsfähiger werden. Denn ich hab sie gern, meine Magnolie und meine Schwarzpappel. Letztere braucht dringend einen Schnitt, denn sonst wird sie sich selbst fällen, so krumm und schief wie sie wächst. Die Läuse machen ihr wenig zu schaffen. Die Magnolie hingegen, benötigt dringender eine Läusebehandlung, sonst werden die sie noch völlig verzehren. Doch auch dann werde ich bei ein, zwei Ästen ansetzen müssen. Doch nicht alles auf einmal. Nun stehe ich bewaffnet vor meinen geliebten Bäumen und schaue von einem zum anderen." [...]

Läusebefall Teil 1- behandeln oder fällen?

Ungesunde Beziehungen - sind sie noch zu retten? "Es ist ein herrlicher Tag. Ich genieße den langanhaltenden Sommer. Wann hatte ich zuletzt solch einen langen Sommer? Hatte ich ihn überhaupt je? Zu häufig kamen Herbst- und Wintertage dazwischen. Doch dieses Jahr, ziehen sich die Tage voller Sonne und blauem Himmel dahin. Ich recke meine Nase Richtung Sonne, schließe meine Augen und schlurfe barfuß durchs Gras. Die Sonne wärmt mein Gesicht, der Duft unzähliger Blüten kitzelt mir in der Nase und das Konzert von Vögeln und summenden Bienen klingt wohlig in meinen Ohren wieder. Es ist wirklich ein herrlicher... autsch! Erschrocken taumle ich zurück und halte mir die schmerzende Nase. Was war denn jetzt passiert? Verwirrt schaue ich vor mich. Da, direkt auf Augenhöhe ragt ein Ast in meinen Weg. " [...]

Unliebsame Maulwurfshügel

Energieräuber- wie schütze ich mich vor ihnen? "Es bist nicht Du, der mich Nerven kostet. Es sind meine Reaktionen auf Dich, die an meinen Nerven zerren." ~Sabine Gärtner~

Spaziergang durch den Garten

"Die Fäuste in die Hüften gestemmt stehe ich auf den Stufen meiner Veranda. Hosenbeine und Ärmel habe ich hochgekrempelt, in meinen Taschen stecken Handschuhe und eine Gartenschere. Ich bin bereit! Voller Arbeitseifer hüpfe ich barfuß die Stufen hinunter und lande im weichen Gras. Kitzelnd trifft das Gras auf meine Füße und Unterschenkel. Lächelnd schaue ich an mir herab und wühle mit den Zehen im satten Grün. Als ich wieder aufschaue, lasse ich meinen Blick durch den Garten schweifen. Ein wärmendes Gefühl der Liebe steigt in mir auf. Ja, ich liebe ihn, meinen Garten. So viel Arbeit habe ich in diesem Jahr in ihn gesteckt und jetzt ist da mehr als nur Stolz, da ist aufrichtige, tiefreichende Liebe. Umso mehr ist es nun an der Zeit, ihm wieder etwas Liebe zu geben. In den letzten Wochen hatte ich wenig Zeit für ihn und war kaum zu Hause. Doch heute, heute gehört der Tag ihm. Wollen wir doch mal sehen, was ich an Baustellen finde... "

Ein Winzling zwischen Baumriesen

Familie - zwischen Geborgenheit, Liebe und tiefreichenden Triggern - "Später am Tag: Die Decke um mich geschlungen rase ich durch den Garten und versuche dem Hagel auszuweichen. Durchnässt vom strömenden Regen, zerzaust vom Wind mit schmerzenden Kratzern versehen. Angekommen auf der sicheren Veranda drehe ich mich schockiert um. Was war passiert? Ich starre zu meinem Wäldchen hinüber. Aus sicherer Entfernung wirkt es friedlich. Die Kronen wiegen sich sanft im Wind. Ich reibe mir die Augen und kann es nicht verstehen. " [...]

Windstärke Rot

Druck - Wo kommt er her? "Mutlos starre ich nach dem strömenden Regen der letzten Tage in den Garten. Die Blumen lassen die Köpfe hängen, der Boden ist aufgeweicht und so schwammig, dass er kaum einen Schritt trägt, die Tiere haben sich verkrochen vor dem kalten Nass, vor der Tür zum Gartenhaus liegt ein dicker Ast und versperrt den Zugang, der Komposthaufen ist unter der Wasserlast aufgebrochen, der Teich über sein Ufer getreten, der Apfelbaum hat seine Äpfel abgeworfen, das Gemüsebett ist unterschwemmt und der Nebel steht so dicht, dass ich meine Bäume und Sträucher nicht erkennen kann. So viel Chaos... so viel zu tun. Seufzend lasse ich mich auf den Verandastufen nieder. Wo soll ich nur anfangen? Wie soll ich an mein Werkzeug kommen, wenn der Zugang zum Gartenhaus versperrt ist? Wie soll ich überhaupt den Garten betreten, wenn jeder Schritt zur Rutschpartie wird und dem Boden unter meinen Füßen schadet?" [...]

Der Besuch des Trauerschwans

Ohne Nähe keine Wunden...oder? "...Meine Augen brauchten etwas, um sich nach dem Lesen unter der Tischlampe an die Dunkelheit zu gewöhnen. Ich starte Richtung Teich, hörte das sanfte Platschen auf dem Wasser und dann wieder ein Tröten. Diesmal leiser, unaufgeregter. Bis ich ihn sah. Er schwamm inmitten meines Teiches, zwischen den bereits erblühten Seerosen und reckte seinen langen Hals in die Nachtluft ehe er sich mit ausgebreiteten Flügeln aufrichtete und sich schüttelte. Ich wich zurück. Sein Anblick zog einen Schraubstock um meine Brust. Ich hoffte noch, er würde nur kurz Rast machen, doch dann schob er seinen roten Schnabel unter seinen schwarzen Flügel und mir war klar, er würde bleiben. Der Trauerschwan...."

Das Monster im Schatten

Borderline - was ist das eigentlich? TRIGGERWARNUNG "Der Garten strahlt und liegt so friedlich vor mir, als hätte er nie einen Sturm gesehen. Er ist voller Güte, voller Liebe, ein Ort der Geborgenheit, der Sicherheit. Eine gute Voraussetzung, um sich aus der Sicherheit dieses friedlichen Ortes heraus mit dem Monster in seinem Schatten zu beschäftigen. Es wird Zeit, dass ich mutig bin...."