Die Angst Ich selbst zu sein

"Es ist verhext! In meinem Leben habe ich immer wieder tolle Angebote bekommen, sowohl beruflich, als auch privat. Angebote, die mich weitergebracht hätten, die mich teilweise sogar meinen Träumen näher gebracht hätten. Hätten... ja, das hast Du richtig gelesen, sie hätten. Warum sie es nicht getan haben? Na weil sie dafür erst ein mir vorbei müssten und das ist nun mal leider fast unmöglich. Doch warum ist das so? Warum schlage ich ständig Angebote aus, verweigere das Verlassen meines eingetrampelten Pfades? Was zur Hölle macht mir nur solche Angst, dass ich lieber verbittert hier stehenbleibe, anstatt mir einen neuen Weg zu bahnen? Ich muss nicht überlegen, denn ich weiß es längst. Ich kenne meine Ängste: Versagensängste, denn ich bin felsenfest davon überzeugt, dass das, was mein Gegenüber, also derjenige mit dem tollen Angebot, in mir sieht, nicht existiert." [...]

Nasskalte Wintertage

Winterdepression - lasst sie uns verscheuchen "Die Knie eng an meinen Körper gezogen, den Kopf zwischen den Schultern versteckt, mit klammen Händen die Decke festhaltend, die sich eng um meinen verspannten Körper schlingt. Starr habe ich mich auf meinen Schaukelstuhl verkrochen. Nur meine Augen lugen aus dem zusammengeschnürten Deckenpaket hervor. Fest auf den Garten gerichtet, schauen sie den Regentropfen bei ihrem unaufhörlichen Fall zu. Verkrampft meine Muskeln vom vielen Zittern. Schmerzend erstarrt. Unmöglich sie zur Bewegung zu bringen. Kälte in jedem Winkel meines Körpers. Dumpf hallt das Trommeln des Regens in meinem Kopf wieder, als würde es aus einem tiefen Winkel dessen kommen. Lange schon sitze ich so da und starre in den Garten. Grau grau, grau. Graue Wolken, graue Pfützen, graues Geäst. Grau. Dunkel. Durch meine Augen dringt die Dunkelheit in jeden Winkel meines Körpers und breitet ihre kalten Flügel aus. Und weiter dieses kontinuierliche Trommeln. Tropf, tropf, tropf, tröööt, tropf, tropf, tropf. Schwach kämpft mein Verständnis um Sinn in diesem Lied. Tropf, tropf, trööt. Doch, ich habe richtig gehört. Durch das Trommeln des Regens klingt ein entferntes Geräusch an mein Ohr und durchdringt das Grau in meinem Verstand. "Du musst Dich bewegen", scheint es mir zuzurufen. "Weiß ich doch", antworte ich in Gedanken "aber..."" [...]

Der Duft der Blüten – lieblich, betörend, unliebsam

"Wir sind ein Spiegel derer, mit denen wir uns umgeben - Eine Decke in der einen und einen Korb mit frischem Tee und Cupcakes in der anderen Hand schlendere ich, auf der Suche nach einem lauschigen Plätzchen für eine Pause, durch meinen Garten. Mich zieht es zu den Sträuchern und Büschen, die, mal breit und buschig, mal aufrecht und sparrig, entlang des Gartenzauns wachsen. Im Laufe der Jahre, habe ich hier immer mal wieder ausgemistet. So mancher starb ab, den ein oder anderen riss ich aus, weil er den anderen die Luft zum Atmen nahm oder weil ich den Duft seiner Blüten nicht ertrug. Unterschiedlich sind sie und doch, versuche ich auf ein harmonisches Bild zu achten. Nicht selten schneide ich hier und da zurecht, was das harmonische Bild stört. Besonders die frechen Zweige der Sträucher aus dem Vorgarten, bahnen sich immer wieder einen Weg über den Zaun hindurch. Von Zeit zu Zeit, verteile ich etwas Dünger an die, deren Wuchs zu verkümmern droht oder helfe hier und da sie vor Schädlingen zu schützen. Zugegeben, manchmal müssen sie länger ohne meine Unterstützung auskommen, doch habe ich Zeit und Energie, oder ist es gar ein Notfall, dann bekommen sie all meine Aufmerksamkeit und Liebe." [...]

Die Steine mal wieder entmoosen

Grenzen setzen... schon wieder "Vorsichtig strecke ich meine Hand aus und berühre das kalte, feuchte Grün. Ein Schauer fährt mir über den Rücken. Besorgt blicke ich auf meine schrumpelnden Sukkulenten. Sie ziehen die Feuchtigkeit von den moosigen Steinen und bekommen kalte Füße. Zu lange habe ich schon wieder die wachsende Moosschicht auf meinem Steingarten ignoriert. Wo einst Trockenheit und Wärme herrschten, findet sich nun ein feuchtkaltes Milieu. Es wird Zeit, dass ich meine Sukkulenten von dieser Kälte befreie, in der Hoffnung, dass sie sich wieder stramm aufrichten. Es wird Zeit... besser heute als morgen. [...]"

Wenn Nähe Angst macht

"Je mehr ich Dich mag, umso schwerer fällt es mir, nett zu Dir zu sein. Denn je mehr ich Dich mag, umso mehr schließe ich Dich in mein Herz, umso näher kommst Du mir. Kommst Stück für Stück hinter meine dicke Mauer. Doch die Nähe ist es, die mir Angst macht. Nähe macht verletzbar. Offen liegt dann meine rohe, geschundene Haut. Bemüht sie zu schützen, ziehe ich hastig Stacheldraht um mich herum. Verletzen wird er Dich nun, kommst Du mir zu nah. Verletzen wird er auch mich, so weisen die Stacheln doch nie nur in eine Richtung." [...]

Die Schafe flüchten im Sturm

"Zurück zu mir - ...Hastig zerre ich an meinem Ärmel, doch die Zweige zerren zurück und der Ast der Pappel zittert in diesem Kampf. "Hör auf!", brülle ich verärgert und löse mit einem Ruck meinen verhedderten Ärmel. Machtlos gegen das plötzlich fehlende Gegengewicht strauchle ich, taumle ein paar Schritte zurück und lande dann mit einem lauten Platscher in der Matsche. Meine festgezurrte Kapuze löst sich und rutscht mir über den Hinterkopf. Verwirrt schnaufend starre ich die Pappel an. Ruhig steht sie da, als wäre nichts gewesen. Kein Windhauch peitscht ihre Zweige, kein Regentropfen rinnt an ihr herab. Ich brauche ein wenig, um die Situation zu begreifen. So lange hielt der Sturm an, dass ich sein Ende nicht bemerkte. Hielt ich das Zittern meiner Muskeln für den Wind und den Schweiß auf meiner Haut für den Regen. ..."

Ernstes Wörtchen… mit mir selbst

Meine liebe Biene,
ich sehe mir nun schon seit zwei Wochen an, wie Du Dich hängen lässt. Du sitzt nur da und wartest, dass der Tag, die Woche, der Monat vorbei gehen. So gut hast Du Dich dieses Jahr um Dich selbst gekümmert und nun... Nun hast Du aufgehört, auf Dich zu achten. Du hast den Atem angehalten, als könntest Du damit die Welt anhalten. Liebe Biene, die Welt dreht sich trotzdem weiter. [...]

Das versteckte Gefühl der Einsamkeit

Psychocrash... nackte Emotionen... Verletzlichkeit... jegliche Fassade fällt. Laut schluchzend stehe ich inmitten meiner Küche. Ich weiß nicht weiter, weiß nicht, wie ich das alleine schaffen soll. Blicke mich um. Alleine. Ich bin alleine. Dann blicke ich zurück zur Wand. Nass. Ich wanke zurück ins Schlafzimmer und starre dort auf die Wand. Nass. Die Verzweiflung zwingt mich in die Knie. Fast schon schreiend bricht all der Kummer der letzten Wochen aus mir heraus. Ich heule und kann nicht aufhören zu heulen. Wie soll ich das alleine stemmen... Alleine. Immer alleine. [...]

Ein Windstoß und die Arbeit war umsonst…?

Nachsichtiger Umgang mit Rückfällen "Heulend sitze ich mitten auf meinem Rasen, das Gesicht tief in den Händen vergraben. Das darf doch alles nicht wahr sein! So viel Arbeit und nun soll alles umsonst gewesen sein? Vorsichtig schaue ich zwischen meinen Fingern durch. Doch, da liegen sie: Blätter! In mitten meines Rasens. Das muss der Herbstbeginn sein! Bald wird es stürmen, in Strömen regnen, der ganze Garten wird verwüstet sein!!! Vor meinem inneren Auge ziehen bereits Stürme auf. Stürme, die all meine Arbeit wieder zunichtemachen. Wofür dann das alles? Was habe ich erreicht, wenn es nach einem Sturm wieder alles zerstört sein wird? Ich will das einfach nicht sehen. Schnell springe ich auf und hechte die Stufen zu meiner Veranda hoch. Dort angekommen, verkrieche ich mich ganz tief unter meiner Decke." [...]

Falsche Gefühle

"Ich kann mich nicht für sie freuen."
"Das musst Du doch auch gar nicht."
Verwirrt starre ich auf mein Handy. Wie jetzt?