Einsam steht der Baum, in Fülle seiner Kräfte

Heilsames Alleinsein

Stille, Einsamkeit, schöpfen aus der Tiefe

„Wer einsam ist,
der hat es gut,
weil keiner da,
der ihm was tut.“
~Wilhelm Busch~

Vor und zurück, wippt mein Schaukelstuhl. Wiegt mich sanft und wohl behütet. Lächelnd schweift mein Blick durch meinen Garten. Ruhig ist es hier in letzter Zeit. Zumindest meist. Kein Sturm, keine ungebetenen Gäste, keine Unruhe, keine Schäden. Nur die fröhlich singenden Vögel und zwei schnurrende Katzen leisten mir Gesellschaft. Ich will ihn festhalten, diesen Moment. Will, dass es so bleibt. Will dort sitzen, verewigt wie auf einem Foto. Will alles draußen halten, was mein Bild stört und ihn genießen, den Moment, auf ewig.

Wenn ich alleine bin, dann geht es mir meist gut. Es sind die Begegnungen mit den Menschen, die Erlebnisse in der Welt dort draußen, die mich aus der Ruhe bringen. Hier bei mir, hier ist es ruhig, hier kann mir niemand weh tun. Niemand mich aus dem Gleichgewicht bringen. Schon immer war ich ein Mensch, der viel alleine war. Zwiesprache halten, die Ruhe genießen, meiner Phantasie freien Lauf lassen. Schon als Kind konnte ich stundenlang alleine spielen, ohne dass mir dabei langweilig geworden wäre. Dann kam die Dunkelheit und ich konnte es nicht mehr ertragen, mit mir und meinen Dämonen alleine zu sein. Aus einer selbstverständlichen und engen Freundschaft, wurde Feindschaft. Heute, wo ich mich nach langem Kampf mit mir selbst versöhnt habe, ist das Alleinsein wieder zu einem heilsamen Brunnen der Kraft geworden. Hier bei mir, dreht sich die Welt so schnell oder langsam, wie ich es will, hier ist es so laut oder leise, wie es mir gefällt. Hier kann ich die Welt in den Farben malen, nach denen mir gerade ist.
Nur aufpassen muss man, kann das Alleinsein, das Zurückziehen in die eigene heile Welt, auch süchtig machen.

Ein Gedanke zu “Einsam steht der Baum, in Fülle seiner Kräfte

  1. Stimmt. Alleine sein, mit sich selbst im Reinen, die eigene Gesellschaft genießen und Kraft schöpfen aus der Stille – das etwas das wirklich gut tut. Vorallem wenn man hochsensibel oder -sensitiv ist. ♥
    Einsamkeit, heisst nicht gleich alleine sein. Oft verspürt man Einsamkeit in mitten des Trubels, umringt von Leuten, die einen nicht wahrnehmen. Man steht in der Hektik des Lebens, umringt von (oft) Negativität und fühlt sich dennoch so einsam auf dieser Welt. Das ist das wirklich traurige an der Einsamkeit.

    Da bin ich immer froh, wenn man seinen Ausgleich im Alleine sein finden kann. Somit hat man auch wieder genug Kraft für „die Welt da draußen“. 😉

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