Aus dem Gleichgewicht gefallen

Ich denke an ihn. Immer und immer wieder. Gehe Situationen und Gespräche durch. Male mir neue Szenarien aus. Es ist nicht er, der mich süchtig nach sich macht, es ist das Gefühl, das er in mir heraufbeschwört. Das Gefühl, etwas Besonderes zu sein, im Gefühlsleben eines anderen der Mittelpunkt zu sein, begehrenswert zu sein. Es ist das höchste Maß an Bestätigung von außen, das er mir mit jedem Blick, jedem Wort und jeder Tat zu schießt. Ich lächze nach diesen Momenten, die mich schwindelig werden lassen. Nehme sie in mir auf, sehne mich nach ihnen, fühle mich wie ein Junkie, nicht fähig, die Droge fallen zu lassen. Ich strecke meine Hände nach ihr aus, spanne meinen ganzen Körper an, fokussiere nur sie und lehne mich weit über meine Mitte hinaus. Ich strauchel. Stolper nur noch voran. Habe Mühe, das Gleichgewicht zu halten. Und genau da, ist das Problem. Monatelang habe ich täglich daran gearbeitet, zu mir selbst zurück zu finden, in meiner Mitte zu ruhen, den Blick nach innen zu richten und mich vom außen nicht ins Wanken bringen zu lassen. In den letzten Wochen brachen viele neue Situationen, Orte, Menschen und Aufgaben über mich herein. Gelassen und selbstbewusst begegnete ich ihnen, fühlte mich trotz all der Neuerungen geborgen und zuhause… in mir selbst. Und dann trat er wieder in mein Leben. Nur ein Blick und ich fiel aus meiner Mitte, lehnte mich zu weit nach außen um mehr von dieser Droge zu bekommen. Unruhig hüpfe ich von Situation zu Situation, finde keinen Halt, verliere mich im außen.

Ich startete diesen Blog, um mich selbst zu heilen. Lange, hatte ich kein Thema mehr. Mein Leben verlief in ruhigen Bahnen. Ich bin stolz auf das, was ich erreicht habe. Es war viel Arbeit. Jetzt wird mir klar, dass die Arbeit weiter geht. Sie ist kein Projekt, sie ist eine Lebensaufgabe. Fort, immer fort…

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