Teil der Gruppe und doch ein Individuum?

Teil einer Gruppe zu sein ist wunderbar! Man ist nie alleine, man hat immer was zu lachen und nie Langeweile. Gruppen sind etwas Tolles! Überhaupt, einer Gemeinschaft anzugehören gibt einem ein erhabenes Gefühl. Man ist nicht mehr klein und unbedeutend, sondern man ist nun Teil von etwas Großem. Dabei spielt es keine Rolle, ob wir hier über eine politische oder religiöse Gruppe oder über den Sportverein, die Mädelsclique oder jede andere Gruppierung Gleichgesinnter sprechen. Vollkommen egal, das Gefühl, wenn man mit seiner Gruppe zusammen ist, bleibt das Gleiche.

Aber Vorsicht! Teil von etwas zu sein, bedeutet nicht, dass man die Gruppe ist. Man ist immer noch ein eigenständiger Mensch, ein Individuum, ein Ganzes für sich. Auch ohne Gruppe. Nehmen wir mal das Beispiel Mädelsclique: Gleiche Interessen, gleiche Meinung, gleicher Humor, prima! Bis man eines Tages einen neuen Pulli hat. Nix schlimmes, oder? Immerhin lieben wir diesen neuen Pulli! Die Farbe hat uns gleich angezogen und er fühlt sich so kuschelig an. Doch dann sagen die anderen Mädels plötzlich „Das geht ja gar nicht! Der ist sowas von scheußlich!“. Was nun? An dieser Stelle zeigt sich, ob die Gruppe einen vereinnahmt oder ob man lediglich ein Teil von ihr ist. Denn als ganzes Teil, hat man das Recht auf eine eigene Meinung. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Pulli anlassen, zur eigenen Meinung stehen oder sich den Mädels beugen und den „scheußlichen“ Pulli entsorgen?

Wie oft nehmen wir im Alltag die Meinung einer Gruppe an? Wie oft verstoßen wir dabei gegen das, was unsere innere Stimme uns sagt? Mit einer Gruppe mitschwimmen ist angenehm und das ist gut. Nur vielleicht tut es uns auch hin und wieder mal gut, eine Pause zu machen uns zurück zu ziehen und uns zu fragen, was denn eigentlich unsere Meinung ist. Es ist wichtig, dass wir uns hin und wieder Zeit für uns nehmen, um uns mal wieder als Individuum wahrzunehmen.

Also: Den kuscheligen Pulli behalten oder wegschmeißen? Einfach mal keinen Alkohol mittrinken, weil man keine Lust auf den Kater hat? Mal sagen „das sehe ich anders“? Oder bei der nächsten Lästerei sagen: „Also ich finde die total nett, weiß nicht warum ihr so gemein über sie redet“. Oder, oder, oder… die Möglichkeiten sind endlos.

So, aber nun genug geschwafelt. Ich treff mich gleich mit den Mädels. Also rein in den „scheußlichen“ Pulli, können die sich gleich mal an meinen neuen Stil gewöhnen.

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