Erdpflege Teil 5: Schönheit ist subjektiv

Körperpflege – Eitelkeiten

In Reih und Glied. Unter Kontrolle. Muss das?

„Wo die Eitelkeit anfängt,
hört der Verstand auf.“
~Marie von Ebner-Eschenbach~

Heute geht es ans Eingemachte. Heute wird es ein bisschen wehtun. Ob ich es sanft mache oder wie ein Pflaster schnell abziehen werde…? Wir werden sehen. Doch es nutzt nichts, wir müssen uns dem Thema widmen. Also… auf geht es zum Thema Eitelkeiten.
Ohja, da müssen wir jetzt wirklich sehr stark sein! Eigentlich wollte ich jetzt schreiben „besonders wir Frauen“, aber irgendwie ist das doch Quatsch. Spätestens seit David Beckham ist die Eitelkeit auch bei Männern zum Alltag geworden. Eitel sind wir somit alle, die einen mehr, die anderen weniger. Und ich? Joa, so mittelmäßig, würde ich mal behaupten. Ich hasse Eitelkeiten, finde das total albern und rege mich deswegen regelmäßig über mich auf. Warum? Weil Eitelkeiten uns einschränken und ich hasse Einschränkungen! Ich hasse alles, was mir meine Freiheit raubt, auch wenn ich es selbst bin. Es wird also Zeit, damit aufzuräumen.

Angefangen hat die Abneigung gegen Eitelkeiten übrigens schon in meiner frühen Jugend. Mein Negativ-Beispiel dafür war meine Mutter. Zuhause lümmelt sie im Jogginganzug auf der Couch, die Haare ungemacht, keine Schminke im Gesicht… aber so den Müll rausbringen?! Niemals!!! Ja aber warum denn eigentlich nicht, habe ich mich dann gefragt. Was passiert denn dann, wenn ich genau so, wie ich auf der Couch liege, auch zum Müll laufe? Werde ich verhaftet? Oder noch schlimmer, werde ich ausgelacht? Ich hab es bis heute nicht herausfinden können. Ich weiß noch, wie ich mit 16 Jahren in Jogginghose zu Penny gelaufen bin. Ich bin die Straße runter, in den Laden rein und habe dort irgendetwas (was weiß ich heute nicht mehr) aus dem Regal genommen, bin zur Kasse, habe bezahlt und bin wieder die Straße zurück nach Hause gelaufen. Passiert ist erstaunlicherweise nichts. Nicht mal ein schiefer Blick. Seltsam. Was also ist so schlimm?! Heute mache ich die letzte Abendrunde mit den Pflegehunden im Schlafanzug. Schuhe drüber, Jacke drüber und ab geht´s. Ich bringe meinen Müll so raus, wie ich bin, nämlich im Jogginganzug, ohne BH und mit ungemachten Haaren, manchmal sogar barfuß. Meine Nachbarn? Keine Ahnung, was die denken, aber die Kündigung habe ich deswegen nicht erhalten.
Dennoch, es gibt noch so einige Punkte, da bin ich eitel, da schränke ich meine Freiheit selbst ein aufgrund von Ängsten, die ich selbst albern finde. Es wird Zeit, diese über Bord zu werfen. Also vielleicht nicht alle sofort… vielleicht auch generell nicht alle… vielleicht… okay, wir schauen mal und ich versuche nicht zu streng mit mir zu sein. Wieder starte ich mit einer Liste, was ich da so zum Thema Eitelkeiten in der Körperpflege gefunden habe:

  • Deo
  • Abdeckstift
  • Nagelfeile
  • Rasierer
  • Friseur

Deo

Notwendigkeit
Boah, schwieriges Thema! Stinken will ich ja nun nicht. Zudem verbraucht es dann auch mehr Wäsche, ist ja irgendwie auch nicht so doll ökologisch. Besonders wenn es warm ist oder bei körperlicher Arbeit, würde es mir sehr fehlen…. und meinen Mitmenschen wohl auch. Das Deo ist also quasi ein Geschenk an meine Mitmenschen. Ihr wisst schon, jeden Tag eine gute Tat und so. Super, hab ich mein Karma also jede Morgen gerettet, indem ich mir Deo unter die Achseln schmiere. Naja, vielleicht nicht jeden Tag, dann bleibt noch Platz für andere gute Taten.

Aktuelle Variante
1,10€ / 100ml
Hier anschauen: Balea Deo Roll On Antitranspirant
Plastikverpackung, enthält Aluminium, na wenigstens vegan
–> enorm wirksam, selbst bei schwerer körperlicher Arbeit

7,90€ / 100ml
Hier anschauen: Alverde Deo Creme
vegan, keine Silikone, Aluminium oder Mikroplastik, Verpackung aus Recyclingmaterial
–> leider kaum wirksam

Günstigste Variante
siehe erste aktuelle Variante

Öko-Variante
siehe zweite aktuelle Variante

Selber machen
Hausmittel: Natron, Öl, Ätherische Öle, Speisestärke, Sheabutter, Heilerde, Zitronenöl, Alkohol,…
Rezepte gibt es eine Menge. Ob die was taugen? Ich werde es herausfinden…

Abdeckstift

Notwendigkeit
Äh… ehrlich? Natürlich ist der nicht notwendig! Das ist pure Eitelkeit und da kann ich mir auch keinen Dienst an der Allgemeinheit vorgaukeln. Ich will trotzdem mal herausfinden, ob man sowas selbst machen kann… nicht für jeden Tag, nur mal für so besondere Tage. Daher schließe ich hier direkt alles zum Kaufen aus.

Selber machen
Ich musste etwas suchen, denn ich wollte ja Hausmittel verwenden und keine gekauften Pülverchen, die ich zusammenmixen soll. Dann fand ich aber tatsächlich eine Anleitung dazu, wie man aus Kakao, Speisestärke und Zimt ein abdeckendes Puder mixen kann. Mit etwas Öl dazu, lässt sich die Mischung leichter auftragen. Ich finde das sehr faszinierend und werde es auf jeden Fall mal testen.
Hier die Links dazu:

https://www.smarticular.net/make-up-puder-herstellen/

https://gesunex.de/make-up-mit-natuerlichen-pigmenten-selber-herstellen/9724/

Nagelfeile

Notwendigkeit
Nope. Wofür gibt es Nagelscheren? Wie schön, dass ich eine besitze, daher können die Feilen direkt in den Müll wandern.
WEG DAMIT

Rasierer

Notwendigkeit
Und hier fängt es an weh zu tun…. so richtig… Seien wir ehrlich, die Rasur ist reine Eitelkeit. Notwendig ist sie keineswegs, aber… ich glaube nicht, dass ich mich davon ganz trennen will. Möglichkeiten gibt es viele, Einwegrasierer, Nassrasierer mit Wechselklingen, Trockenrasierer, batteriebetriebene, mit Kabel versorgte, Epilierer und dann kann man auch noch entwachsen. Was ist aber die ökologischste und günstigste Variante? … Die aber auch gleichzeitig effektiv ist? Bei meinen Recherchen bin ich auf 3 interessante Varianten gestoßen:

Haarentfernung aus der Steckdose
Epilierer, Trimmer oder Laser. Alle drei Varianten sind eine einmalige Anschaffung und sie sind müllfrei. Nur ohne Strom kommen sie nicht aus.

Haarentfernung mit Haushaltsmitteln
Sugaring nennt sich die Methode, bei der man anstatt Wachs eine Paste aus Zucker, Zitronensaft und heißem Wasser. Im Gegensatz zum Wachs, haftet die Zuckerpaste nur an den Haaren und nicht an der Haut. Dadurch soll die Methode schmerzfreier sei. Dazu empfiehlt es sich, die Haut vorher mit Alkohol zu reinigen.
Der Zucker wird in einem Topf geschmolzen und dann Zitronensaft und Wasser hinzugegeben. Die Masse dann immer wieder aufkochen lassen und stetig umrühren. Vor dem Auftragen bitte etwas abkühlen lassen!!!

Plastikfreie Nassrasur
Viele schwören dennoch auf die Nassrasur. Inzwischen gibt es auch hierfür Möglichkeiten auf Plastik zu verzichten und den Müll zu reduzieren. Hier zwei Beispiele:

Der altmodische Rasierhobel erlangt wieder mehr Beliebtheit. Etwas Übung braucht es mit der Klinge, doch effektiv ist es und ganz ohne Plastik. Eine Klinge kann auf 4 Seiten benutzt werden und man kann sie sogar schleifen.
Hier anschauen: Klassischer Rasierhobel – Metall verchromt

Bambus-Rasierer, eine Alternative zum Plastik, auch wenn das Müllvolumen gleich bleibt.
Hier anschauen: Bulldog Skincare Rasierer, Bambus

Nassrasur – Duschgel Alternativen?
Fast hätte ich es vergessen! Ich wollte doch das Thema Duschgel hier noch einmal aufgreifen. Denn ich nutze Duschgel nur zum nassrasieren unter der Dusche. Ganz ohne geht es für mich nicht, ich habe es eben ausprobiert, doch meine Haut fand das gar nicht so toll. Auf einem anderen Blog habe ich gelesen, dass die Schreiberin einfache Kernseife benutzt. Sie feuchtet diese an und reibt sie über die zu rasierenden Stellen. Kernseife habe ich im Haus, daher werde ich das auf jeden Fall testen.

Friseur

Notwendigkeit
Und wieder sind wir bei der puren Eitelkeit angelangt. Ich trage meine Haare kurz, das macht das Selberschneiden etwas schwieriger, aber auch nicht unmöglich.

Aktuelle Variante
10€ / ca. 4x im Jahr
Meine Nachbarin –> Gold wert

Selber machen
Habe ich früher auch gemacht… warum eigentlich nicht mehr? Früher habe ich das mit einer einfachen Schere gemacht. meine Nachbarin hat mir empfohlen, es mit einer Friseurschere zu probieren. Vielleicht bekomme ich eine ausrangierte, ansonsten gibt es die aber auch schon ab… ich bin gerade selbst überrascht, aber die gibt es ab 2€. Werde trotzdem mal meine Nachbarin fragen, bevor ich mir irgendeinen Mist anschaffe.

Fazit

Deo
Ich werde definitiv die Rezepte zum Selbermachen ausprobieren und hoffe sehr, dass ich darunter ein effektives Rezept finde. Falls nicht, werde ich leider weiterhin bei der günstigsten und zugleich effektivsten Variante bleiben.

Abdeckstift
Der wird ganz weggelassen. Ich werde aber mit Kakao und Zimt experimentieren, weil ich wahnsinnig gespannt bin, wie gut das klappt.

Nagelfeile
Die ist schon im Müll gelandet, dafür hat die Nagelschere nun wöchentlich ihren großen Auftritt.

Rasierer
Zugegeben, das schwierigste Thema für mich. Weglassen will ich ihn nicht, außerdem schwöre ich auf die Nassrasur. Ich werde mich aber bemühen, künftig mehr zu epilieren… da muss man halt nur dran bleiben. Sobald die Ersatzklingen für meinen Nassrasierer aufgebraucht sind, werde ich mir außerdem eine andere Variante anschaffen.

Friseur
Ab jetzt wird wieder selbst geschnitten. Kommentar meiner Schwester:
„Ja warum auch nicht, wenn es dann nicht ganz so scheisse aussieht.“
Antwort von mir:
„Ach ist mir eigentlich auch egal.“
Na mal sehen, wer am Ende mehr zu lachen hat… Wenigstens kann man es dann wieder zu den Karmapunkten zählen: Scheiss Frisur = andere zum Lachen gebracht.


2 Gedanken zu “Erdpflege Teil 5: Schönheit ist subjektiv

  1. uuhh, am Anfang dachte ich ja noch: genau meins! ich trage am Wochenende, wenn ich nur zuhause bin nie einen BH und gehe auch ungeschminkt in Jogginghose einkaufen!
    Aber die anderen Punkte: klar nutze ich ein Deo und habe auch schon mal selber eins hergestellt, aber für meinen pubertierenden Sohn, als er in einer ganz schlimmen „stink-phase“ war.
    Aber alles andere: ich halte mich nicht für eitel, weil ich mich schminke, meine Nägel machen lasse oder meine Beine epiliere. Für mich ist das Pflegen für mich selber und mich gut fühlen. Manchmal schminke ich mich auch nur für mich selber, weil ich es mag, wie ich mich mit Wimperntusche, Lidschatten und Lippenstift verändere.
    Eitelkeit ist für mich eher mit dem Thema Marken verbunden: die Schuhe müssen von xyz sein, ich trage nur Hosen von blabla etc.
    aber jeder empfindet das anders.

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    • Ich wollte auch gar nicht das Thema Eitelkeit an den Pranger stellen, sondern für mich ganz persönlich herausfinden, an welcher Stelle sie mich meiner Freiheit beraubt.
      Jeder kann und sollte selbst bestimmen, wie und womit er leben will. Ich möchte so einfach wie möglich leben und überprüfe daher im Moment jeden Gegenstand auf seine Notwendigkeit, aber auch auf Umweltbewusstsein und Kosten.
      Aber vielleicht hilft es manchmal, wenn man sich überlegt, ob man das nun für sich oder für die Außenwirkung tut.

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