Ein Regal voller Erdpflege

Körperpflege – was brauche ich wirklich?

Nahaufnahme – was bist Du? was brauchst Du?

„Man muss dem Körper Gutes tun,
damit die Seele Lust hat,
darin zu wohnen.“
~Winston Churchill~

Es knirscht und knackt unter meinen Füßen. Seitdem der große Regen vorbei ist, ist die aufgeschwemmte Erde ausgetrocknet. Ihre Oberfläche zeigt tiefe Risse und ich kann die Spannung förmlich spüren. Einiges habe ich schon versucht, um ihr zu helfen. Habe sie gegossen – das Wasser versickerte spurlos in den tiefen Rissen, habe versucht sie durch Umgraben aufzulockern – der Spaten schlug auf die Erde wie auf Granit, ich düngte sie – doch der Wind blies den Dünger weg… Was ich auch tat, die Erde ignorierte meine Versuche, ihr zu helfen. Zeit für eine Bestandsaufnahme. In meiner Werkstatt türmt sich ein ganzes Regal mit Erdpflegeprodukten. Dünger verschiedenster Art, Handwerkzeuge, Schädlingsbekämpfer und und und. Als mein Blick über die chaotische Regalwand schweift, fühle ich mich wie erschlagen. Hier muss unbedingt Ordnung rein! Die Hälfte von all dem Zeug brauch ich sicher nicht einmal und das was ich brauche, finde ich in all dem Chaos nicht. Ich schnappe mir einen Schubkarren und beginne alles hinein zu werfen. Nur was meiner Prüfung standhält, darf zurück ins Regal. Der Rest kommt in die Tonne! Ich mache es mir samt Schubkarren und einem großen Weidenkorb auf der Wiese bequem und beginne mit dem Sortieren. Die Guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen…

Pflegeprodukte – ein Überangebot

Pflegeprodukte… es gibt sie zu Hauf. Für alles, ja, wirklich für ALLES! Die endlosen Regale in den Drogeriemärkten bieten nicht einfach nur Zahnpasta, Shampoo, Bodylotion und Lidstrich an, sondern sie bieten eine kaum überschaubare Auswahl jeden Produkts in verschiedenen Verpackungen, Preiskategorien, Duftrichtungen, Farbtönen und Zweck an. Zähne werden nicht einfach nur geputzt, sie werden gleichzeitig gegen Karies behandelt, der Mundgeruch wird bekämpft, ein Schutzschild aufgebaut oder sie werden gebleecht. Haare werden nicht gewaschen, sondern sie erhalten Volumen, bekommen einen frischen Duft, erhalten Feuchtigkeit, die Farbe wird aufgefrischt oder sie werden entfettet. Das Klopapier… okay nein, wir wollen jetzt hier nicht vom Klopapier anfangen, das Thema ist ausgereizt. All diese Produkte, gibt es dann für Vegetarier, Vegane, Allergiker, Recycler und andere Mainstream-Gruppen. So wird eine nette Geste, schnell zu einer überfordernden Mammutaufgabe. Warum? Hast Du schon mal Deine Nachbarin gefragt, ob Du ihr was vom Einkaufen mitbringen sollst? Momentan kommt das wohl öfter vor. Sagt diese jetzt z.B. „Ohja gerne! Ich bräuchte dringend noch eine Bodylotion!“, so stehst Du eine halbe Stunde später vor dem endlos langen Regal mit den Bodylotions und fragst Dich „Mag sie Shea-Butter oder lieber Zitronengras? Lebt sie vegan oder kann ich die mit den Tierversuchen nehmen? Hat sie trockene oder normale Haut? Soll das gleichzeitig noch gegen Orangenhaut helfen oder fühlt sie sich angegriffen, wenn ich ihr die mitbringe?“ Panik im Drogeriemarkt!

Ein Mann allein im Drogeriemarkt

Da fällt mir noch eine lustige Geschichte ein… mein Bruder bringt mich um wenn ich das erzähle… naja, muss ich ja keinem sagen, dass ihm das passiert ist.
Vor 20 Jahren wurde ein junger Mann von seiner Freundin gebeten, ihr aus dem Drogeriemarkt Tampons mitzubringen. Das an sich ist für einen jungen Mann schon peinlich genug. Wie sieht denn das aus an der Kasse? Aber der junge Mann war ein guter Freund und so fasste er all seinen Mut zusammen. Nun stand er da, vor diesem Regal, und war überfordert. Es gab Tampons in allen Größen, mit Flügeln, mit Riffeln und in verschiedenen Preisklassen. Welche wollte sie denn nun?! Jetzt mag sich der ein oder andere denken „Ruf sie doch eben an!“, jaja liebe Generation von heute, aber damals hatte eben noch nicht jeder ein Handy. Was also tun? Der junge Mann stand minutenlang hilflos vor diesem Regal, war schon kurz davor, mit unerfülltem Auftrag zurück zu kehren. Doch was würde seine Freundin sagen? Die nächste Beziehungskrise? Nein, das konnte er nicht zulassen! Er musste diese Aufgabe erfüllen! Also suchte er nach einer Verkäuferin um diese nach Rat zu fragen. Die nette Dame mittleren Alters kehrte mit ihm zum Tampon-Regal zurück. Dort angekommen, fragte sie ihn, wie breit denn die Hüften seiner Freundin wären. Erschrocken starrte er sie nur ein und zuckte verlegen mit den Schultern. Entschlossen rief die Frau zwei Kundinnen herbei und deutete auf ihre Hüften „Eher so wie die oder so wie die?“, fragte sie dabei hoffnungsvoll? Der junge Mann versank vor Scham im Boden.
Das Ende der Geschichte? Er hat es geschafft! Der Held brachte wie ein stolzer Ritter auf einem weißen Pferd die richtigen Tampons zu seiner Angebeteten. Scheint geholfen zu haben, denn inzwischen sind die beiden verheiratet und haben drei Kinder zusammen. Was wohl gewesen wäre, hätte er die Falschen mitgebracht?

Inventur im Badschrank

Okay, aber zurück zum Thema: Ich will meine Pflegeprodukte aussortieren, minimieren und am liebsten alles selber machen. Kosten und Menge reduzieren, es einfacher gestalten… Ich bin gespannt!
Aussortiert habe ich in den letzten Wochen bereits einiges, dennoch ist meine Liste erschreckend lang. Was man doch alles so benutzt… nicht unbedingt täglich, aber doch immer mal wieder. Gut, das wird jetzt peinlich, aber was soll´s. Hier ist meine schonungslos ehrliche Auflistung:

  • Shampoo (das vegane, ökologisch abbaubare, das meinem Haar Volumen verleiht)
  • Duschgel (natürlich auch vegan, ansonsten mit weniger Ansprüchen)
  • Waschgel für´s Gesicht (jaja, ist alles vegan hier)
  • Körperpeeling (mache ich inzwischen selbst)
  • Handwaschpaste (braucht man als Draußenarbeiter)
  • Zahnpasta (vegan… ohne Bleeching und sowas)
  • Mundspülung (die ich kaum benutze)
  • Deo (schwierig hier Alternativen zu finden, die auch funktionieren)
  • Zahnbürste (Bambus)
  • Rasierer (Plastik… Klingen teuer… aber wirksam)
  • Gesichtscreme (mit Heilerde, gegen Akne, natürlich vegan und alles)
  • Körpercreme (jammi Sheabutter)
  • Sonnencreme (auch wichtig für Menschen die viel draußen sind)
  • Wattestäbchen (aus Papier)
  • Gesichtsreiniger (das mit der Akne hatten wir ja schon)
  • Schwamm (damit das Duschgel besser schäumt)
  • Klopapier (recycelt… oder momentan eben das, was man findet)
  • Abdeckstift (ich erinnere an die Akne)
  • Haarspray (braucht man auch nicht täglich)
  • Haarschaum (wo wir wieder bei dem fehlenden Volumen sind)
  • Haarwachs (kurzes Haar muss halten)
  • Handcreme (Arbeiterhände)
  • Fußcreme (Arbeiterfüße)
  • Vaseline (komm jetzt nicht auf dumme Gedanken!)
  • Lippenpflege (Bienenwachs… demnach nicht vegan)
  • Gesichtsmaske (Totes Meersalz)
  • Seife (aus Schafsmilch mit Peeling)
  • Zahnseide (erklärt sich auch von selbst)
  • Nagelfeile (sie wachsen und wachsen)
  • Menstruationstasse (ein Hoch darauf, dass endlich jemand was gegen Tampons macht… war bestimmt mein Bruder…)
  • Heilerde (Hausmittel gegen Reflux)
  • Pferdesalbe (Arbeitermuskeln)
  • Fenistil (gegen Mückenstiche und so)
  • Herpessalbe (kommt leider immer mal wieder)
  • Wärmepflaster (wie gesagt, Arbeitermuskeln)
  • Voltaren (ich sag´s nicht noch mal…)
  • Schilddrüsentabletten (ist auch so eine Frauenkrankheit, oder?)
  • Antidepressiva (was soll ich sagen)

So, ich hoffe das war´s. Man möge mir verzeihen, falls ich das ein oder andere vergessen habe, aber ich finde die Liste jetzt schon lächerlich lang.
Um mir das Ganze etwas zu sortieren und aufzuteilen, starte ich jetzt einfach mal mit der Haarpflege… denn das Shampoo ist bald leer.
Ich werde jedes Produkt unter die Lupe nehmen unter den Aspekten Kosten, Notwendigkeit und Umwelt. Meine Analysen sind sicherlich nicht allgemeingültig. Jeder muss für sich entscheiden, welche Prioritäten er setzt und was für in notwendig ist. Auch bei den Preisvergleichen will ich es nicht ausreizen. Zumal die günstigsten Varianten für mich nicht in Frage kommen, da sie böse Zusatzstoffe enthalten. Ich mache daher nur kurze Stichproben bei DM.

Haarpflege

  • Shampoo
  • Haarschaum
  • Haarspray
  • Haarwachs

Shampoo

Notwendigkeit
Ja! Also auf fettige Haare habe ich wenig Lust. Glatze wäre ne Lösung… Aber gut, wir wollen mir etwas Eitelkeit auch mit kurzen Haaren gestatten.

aktuelle Kosten
9,75€ / l
Alverde Volumen Kick
keine Silikone, Naturkosmetik, Vegan, Verpackung aus 98% Recycling-Material
Hier anschauen: Alverde Volumen-Shampoo für feines Haar

günstigste Variante
1,83€ / l
Balea Volumen
keine Silikone, Vegan
Hier anschauen: Balea Shampoo Volumen mit Maracuja-Duft

Öko Variante(n)
6,11€ / 100g
Haar-Seife von Speick
Vegan, verpackungsarm, keine Silikone, Naturkosmetik
Hier anschauen: Balea Schaumfestiger

0,62€ / 100g
Kernseife von Dalli
enthält umweltschädliche Stoffe, Verpackung aus Plastik, nicht vegan
Hier anschauen: Balea Schaumfestiger

Selber machen
Hausmittel: Roggenmehl, Brennnesseln, Heilerde, Lavendel, Eigelb, diverse Öle, Natron, Zitrone, Rosmarin, Honig, Zimt, Kamillenblüten, Seifenlauge, Kokosmilch, Salz, Schwarzer Tee, destilliertes Wasser, Minze….
Rezepturen gibt es inzwischen viele, doch irgendwie werde ich bei meiner Recherche das Gefühl nicht los, dass sich der Aufwand nicht lohnt. Wenn es vegan, bio, umweltschonend und sowas alles sein soll, dann scheint mir das alles preislich höher zu gehen, als einfach Haar-Seife zu kaufen. Daher würde ich nach meinen jetzigen Recherchen davon absehen.

Fazit
Ich werde es erst einmal mit der Haarseife probieren und zwischendurch mit einfachen, selbsthergestellten Produkten experimentieren (Roggenmehl und Natron erscheint mir jedenfalls einen Versuch wert).

Haarschaum

Notwendigkeit
Seien wir ehrlich, der Haarschaum ist pure Eitelkeit! Ich habe dünnes Haar, das ich kurz trage, und es zerfällt völlig, wenn ich auf Schaum verzichte. Also so ganz ohne, damit kann ich mich wohl nicht anfreunden, aber ich bin gespannt, ob ich eine Alternative finde.

aktuelle Kosten
1,12€ / 100ml
Wellaflex
nicht vegan, enthält Silikone, Verpackung… naja ist halt Müll
Hier anschauen: Balea Schaumfestiger

günstigste Variante
0,34€ / 100ml
Balea
keine Silikone, kein Ammoniak, Vegan
Hier anschauen: Balea Schaumfestiger

Öko-Variante
Hmm…. entweder nicht vegan oder es enthält schwer abbaubare Bestandteile. Abgesehen von der Verpackung, die ja nun einmal gegeben sein muss. Hier muss also etwas völlig anderes her.

Selber machen
Hausmittel: Rizinusöl, Bier, Eier, Speisestärke, Gelatine, Zitrone, Rosmarinöl, Apfelessig, Quark, Agar-Agar
Supi! Da habe ich ja einiges zum Testen vor.

Fazit
Selber machen! Ich werde mich in der nächsten Zeit mal durch die Hausmittel testen.

Haarspray

Notwendigkeit
Nein! Das ist jetzt wirklich alberne Eitelkeit! Wenn ich ehrlich bin, habe ich das auch nur noch aus Gewohnheit. Als ich früher längere Haare hatte, nutzte ich das öfter. Aber heute? Kann ich mir also sparen.

Fazit
Weg damit!

Haarwachs

Notwendigkeit
Ein bisschen Styling muss dann doch mal sein, auch wenn ich das inzwischen selten nutze.

aktuelle Kosten
3€ / 100ml
Schwarzkopf 3 Wetter taft, Styling Wax Ultra
nicht vegan, enthält Palmöl, wenigstens keine Silikone oder Mikroplastik, in Müll verpackt
Hier anschauen: Schwarzkopf 3 Wetter Taft Ultra Wax

günstigste Variante
0,77€ / 100ml
Balea Glossy Shine
vegan, keine Silikone und Mikroplastik, aber leider Palmöl
bereits getestet, bringt wenig und macht die Haare eher dünn
Hier anschauen: Balea glänzend & Shine Wax

Öko-Variante
Auch hier konnte ich nichts finden, das mich wirklich zufriedengestellt hat. Irgendwas war immer…

Selber machen
Hausmittel: Sheabutter, Bienenwachs, Kokosöl, Vaseline, Rosenwachs, Zuckerwasser, Eiweiß
Juhu! Auch hier habe ich wieder einiges zum Ausprobieren gefunden.

Fazit
Selber machen! Ich bin gespannt, ob ich etwas Passendes finde.

Ich bin sehr gespannt, auf meine Experimente mit den Hausmitteln. Natürlich werde ich hier davon berichten. Ich werde davon die Welt nicht ändern, aber wenn jeder kleine Schritte macht… und mein Geldbeutel wird sich auch freuen.

Bereits nach einigen Stunden merkte ich, dass sich mein Vorhaben nicht mal eben in die Tat umsetzen lässt. Ganz schön viel hat sich in meinem Schuppen angesammelt. Vieles davon enthält Chemikalien, das will ich meinem Boden doch eigentlich nicht antun! Ich möchte ihn mit wenigen und natürlichen Mitteln unterstützen. Der Boden in meinem Garten, trägt all seine Last. Es wird Zeit, dass ich ihm etwas mehr Aufmerksamkeit und Liebe schenke. Er musste viel aushalten im Laufe der Jahre, zeitweise habe ich ihn sogar malträtiert und meinen ganzen Frust an ihm ausgelassen. Und doch, ist er wieder zu einem kraftvollen Grund meines Gartens geworden. Verdient habe ich seine Treue nicht, aber es ist nicht zu spät, etwas zu ändern. Ab jetzt will ich mir auf ihn horchen, was er wirklich braucht und bewusst auswählen, was ich ihm zuführe. Das ist das Mindestens, was ich ihm als Dank für all die treuen Jahre zurückgeben kann.

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