Steingarten Tag 2

Verlustängste und ihre Symptome

"Die eigene Stärke 
wächst aus der Konfrontation
mit den eigenen Schwächen."
~Unbekannt~

Noch etwas verschlafen wache ich heute auf. Doch die Sonne scheint bereits und auch die Vögel singen fröhliche Lieder. Das macht natürlich auch mir gute Laune und sofort bin ich voller Tatendrang! Denn heute möchte ich die Arbeit an meinem Steingarten beenden. Ich schlüpfe in mein Gärtneroutfit (bestehend aus einem verwaschenen grünen Overall, einem grauen Kapuzenpulli den ich bereits seit 20 Jahren besitze und meinen Holzklocks (bezüglich Klocks danke ich an dieser Stelle… naja sie weiß schon, dass sie gemeint ist und sie weiß auch, woran ich sie erinnern will und deswegen weiß ich, dass ihre Augen gerade strahlen)) und schlendere in die Küche um mir eine Tasse Kaffee zu machen. Während der Kaffee vor sich hin blubbert, füttere ich meine Katzen und putze mir die Zähne. Mit der Tasse Kaffee in der Hand geht es hinaus zu meinem Steingarten. Das Werkzeug habe ich noch liegen gelassen. Für heute habe ich geplant, die Steine zu putzen, sie vielleicht umzusortieren oder hier und da einen zu entfernen. Das wird ja nicht mehr als den Vormittag einnehmen. Denke ich…

Meine bisherigen Einträge fielen mir gar nicht so schwer. Ich hab mich hingesetzt und konnte gar nicht so schnell schreiben wie die Gedanken durch meinen Kopf wirbelten. Mit dem heutigen Thema wird es etwas schwieriger. Denn die Antworten habe ich nicht direkt parat. Für mich fängt dieses ganze Projekt an jetzt wirklich spannend zu werden. Denn jetzt beginnt eine spannende Reise der Selbstanalyse. Zum Thema Stärken & Schwächen habe ich diese im ersten Schritt erst einmal ausfindig gemacht. Meinen Beitrag dazu findest du hier.

Meine nächsten geplanten Schritte sehen dann so aus:
1. In welchen Situationen zeigt sich meine Schwäche?
2. Was für Gefühle löst sie in mir aus?
3. Was für Reaktionen löst sie aus?
4. Woher kommt diese Schwäche?
5. Schadet sie mir?
–> Nein. Dann ist es an der Zeit sie zu akzeptieren.
–> Ja. Dann möchte ich einen Weg finden daran zu arbeiten.
6. Lösungsansätze
7. Welche Werkzeuge stehen mir zur Verfügung?
8. Welche Aufgaben ergeben sich daraus?

Ich bin selber sehr gespannt, was am Ende dabei herauskommt. Also los geht´s!

Ich brauche Bestätigung

Oft bemerke ich, dass ich Anerkennung für eine erbrachte Leistung einfordere. Was ich damit meine? Das ist so wie Männer die nach dem Sex fragen „Und? Wie war ich?“. Also irgendwie einfach ekelhaft. Warum kann es mir selbst nicht genug sein? Wenn ich so darüber nachdenke, ist es auch nicht mehr so schlimm wie früher. Heute bin ich durchaus in der Lage mich selbst zu bestätigen. Also zumindest in Phasen, in denen es mir gut geht.

In welchen Situationen zeigt sich meine Schwäche?
Job:
Ich brauche keinen Chef der mir ständig sagt, dass ich gut bin. Da würde ich mir auch ziemlich albern vorkommen. Ich brauche viel mehr das Gefühl, dass ich anerkannt werde, dass meine Meinung zählt und man mir vertraut. Habe ich z.B. einen Vorgesetzten der mich auch mal nach meiner Meinung fragt, der mich meine Arbeit machen lässt ohne mir ständig zu sagen was ich tun soll, dann fühle ich mich anerkannt. In meinem letzten Job war jedoch das Gegenteil der Fall. Und so wurde ich auf Dauer immer frustrierter. Was sagt mir das? Diese Schwäche ist scheinbar gar nicht mehr so tragisch. Ich bettle nicht nach Lob und brauche dieses auch nicht. Ich möchte einfach nur ernst genommen werden. Das ist für mich ein natürliches Bedürfnis, keine Schwäche. Oh wow! Direkt die erste Schwäche für heute ausgemerzt!
Heißt für mich lediglich: Augen auf bei der Jobwahl! Bzw. bei dem jeweiligen Chef…

Privat:
Andererseits ist es in meinem Privatleben so, dass ich oft die Bestätigung brauche, dass mein Gegenüber mich auch wirklich gern hat. Noch vor 10 Jahren bestimmte das Einfordern von Bestätigung meinen Alltag. Inzwischen habe ich jedoch stabile Beziehungen zu meiner Familie und auch zu einer Hand voll Freunden. Bei denen brauche ich diese Bestätigung nicht mehr. Die Zeit hat mir gezeigt, dass sie zu mir halten und auch in schwierigen Phasen noch an meiner Seite sind. Lediglich bei neuen Kontakten zeigt sich dieses Verhalten wieder. Es ist umso stärker, je wichtiger mir mein Gegenüber ist.

Was löst sie in mir für Gefühle aus?
Job:
Habe ich im Job das Gefühl nicht anerkannt zu werden, dann ruft das Frustration und Widerwillen in mir hervor.

Privat:
Suche ich privat nach Bestätigung, dann weil Verlustängste in mir hochkommen. Aber auch die Angst dem Gegenüber nicht genug zu sein, nicht geliebt zu werden oder gar wertlos zu sein. Ich brauche das Gefühl, dass ich meinem Gegenüber ebenso wichtig bin, wie er mir. Bekomme ich die Bestätigung, lebe ich auf. Bleibt sie jedoch aus, deprimiert mich das und die Ängste kommen hoch.

Was für Reaktionen ruft sie hervor?
Job:
Im Job werde ich zunehmend frustrierter, meine Motivation sinkt, ich setze mich nicht mehr voll ein, bin nicht bereit Überstunden zu machen oder mich besonders zu engagieren. Das Blöde ist, dass genau dieses Verhalten meinen Chef dazu bringt mir noch weniger Anerkennung zu geben. Wobei ich auch bereits die Erfahrung gemacht habe, dass es Chefs gibt, deren Bereitschaft zur Anerkennung nicht von erbrachter Leistung, sondern lediglich von seiner Laune abhängt.

Privat:
Ich provoziere Situationen, in denen ich Bestätigung einfordere. Hier ist es also nicht so, dass ich mich wie im Job zurückziehe. Im Gegenteil: Ich gehe nach vorn, bettle quasi darum, dass ich die Bestätigung bekomme, dass mein Gegenüber mich gern hat und mich nicht verlässt. Doch das Hochgefühl einer Bestätigung hält nicht lange an. Und dann fordere ich es wieder ein.

Woher kommt diese Schwäche?
Und auf geht es in meine Kindheit. Wohin auch sonst? Die meisten unserer Ängste haben nun mal hier ihren Ursprung.
Gut, ich bin ein Scheidungskind. Ich war fünf Jahre alt, als meine Eltern sich trennten. Ich war ein totales Papakind… aber der war jetzt nicht mehr da. Bzw. eben nur alle zwei Wochen. Es folgten häufige Umzüge und somit weitere Verluste von Freunden, meiner gewohnten Umgebung, meiner Schule, etc. Das ging so weit, dass ich zwischen meinem 4. und 22. Lebensjahr 16mal umgezogen bin. Ich war in 2 verschiedenen Kindergärten, 2 Grundschulen und auf 3 weiterführenden Schulen. Denn oft haben wir auch die Stadt gewechselt. Kontakt zu meinen Freunden hielt ich per Briefe aufrecht (ja, ich hatte noch eine Kindheit ohne Internet und Handy). Nun gut, ohne zig Semester Psychologie studiert haben zu müssen erklärt das glaube ich schon ganz gut, woher meine Verlustängste kommen. Doch warum brauche ich ständig Bestätigung? Da muss ich mal tiefer nachforschen…

Ich beginne im Internet nach Erklärungen zu suchen, informiere mich über Verlustängste und ihre Entstehung… und fange an zu heulen. An dieser Stelle merke ich gerade, dass dieser Blog für mich kein Spaziergang wird. Doch ich habe mich bewusst dafür entschieden, mich mit all dem was sich da in meiner Psyche verbirgt auseinanderzusetzen. Also gehe ich weiter…

Ich nehme mir den ersten Stein vor. Es ist ein mittelgroßer grauer Findling. Nicht allzu hässlich, daher beschließe ich ihn lediglich zu putzen und vielleicht setze ich ihn auch um. Als ich anfange den Dreck von seiner Oberfläche zu schrubben, komme ich nicht so schnell voran wie ich dachte. Der Schwamm weicht den Schmutz zwar ein, aber wirklich entfernen lässt sich nur die oberste Schicht. Resigniert werfe ich den Schwamm in den Eimer mit Wasser und stapfe Richtung Gartenhaus. Da muss doch irgendwo… ich hatte doch mal… ah da ist sie ja! Eine recht grobe Bürste. Damit sollte es besser gehen! Und siehe da, der Schmutzt löst sich doch schon besser. Allerdings muss ich dabei viel Kraft aufwenden…

Auf der Seite www.verlustangst.de werde ich schnell fündig. Dort steht unter der Überschrift „Ursache von Verlustängsten“ folgendes:

„Verlustangst wird häufig schon in der frühen Kindheit geprägt. Wenn ein Kind von seinen ersten Bezugspersonen – also meistens die Eltern – vernachlässigt oder verlassen wird, erfährt es Zurückweisung von denjenigen Menschen, von denen es instinktiv bedingungslose Liebe und die Befriedigung seiner Bedürfnisse erwartet. Diese Erfahrung kann traumatisch sein und sich in einer Verlustangst manifestieren, die sich schließlich in späteren Beziehungen zeigt. Betroffene haben erfahren, dass sie sich auf nahe Bezugspersonen nicht verlassen können, fühlen sich vielleicht zurück gewiesen und wertlos und übertragen dies auf jede weitere Person, die ihnen in ihrem Leben nahe kommt.
Im Unterschied zu normalen Verlustängsten, die von dem Wissen rührt, dass Verlust zum Leben dazu gehört, halten Betroffene diesen Verlust für sicher und beziehen ihn zusätzlich noch auf die eigene Person – ein Teufelskreis…“

Erlebt ein Kind traumatische Erfahrungen, wie die Scheidung der Eltern, der Tod eines Elternteils oder Vernachlässigung durch ein oder beide Elternteile, kann es eine pathologische Verlustangst entwickeln, die mit verschiedenen, teils sehr belastenden Symptomen einhergeht und die mitunter bis in das Erwachsenenalter bleibt.“

Weiter zu den Symptomen steht dort:

„Es kann ein diffuses Gefühl sein, in ständiger Alarmbereitschaft zu sein, sich nicht fallen lassen zu können, sich trotz Beziehung einsam zu fühlen. Aber auch konkretes Misstrauen gegenüber dem Partner, Eifersucht und ein übermäßiger Kontrollzwang sind Zeichen von Verlustangst. Diese kann sich somit auch in übertriebenem „Klammern“ am Partner äußern, womit häufig das befürchtete Resultat – der Verlust des Partners – tatsächlich eintritt und den Betroffenen so im Sinne einer selbst erfüllenden Prophezeiung in seiner Verlustangst weiter bestätigt.
Auch geht die Verlustangst oft mit Bindungsangst einher. Aufgrund der zu großen Verlustangst können Betroffene keine wirkliche Nähe zulassen und halten ihren Partner sozusagen vorsorglich auf Abstand. Im schlimmsten Fall kann Verlustangst sogar zu einer Depression führen. Ganz gleich wie sie sich äußert, ist starke Verlustangst in Beziehungen belastend – sowohl für den Betroffenen als auch für seinen Partner.“


Als Symptomatik bei Kindern steht dort außerdem:

Körperlich kann sich die Angst vor Verlust auch in Appetitlosigkeit, psychosomatische Beschwerden wie zum Beispiel Bauchschmerzen ohne körperliche Ursache, Stottern oder Bettnässen zeigen.

Nachdem ich mehrere Artikel über die Entstehung von Verlustängsten und deren Symptome in der Kindheit und im späteren Erwachsenenalter gelesen habe, verstehe ich immer mehr, was die kleine Biene damals durchgemacht hat. Das mag komisch klingen, denn ich habe viele Jahre Therapie hinter mir. Ich bin mir bewusst, dass die Ursachen meiner Probleme in meiner Kindheit liegen. Aber Wissen und Verstehen sind zwei Paar Schuh…
Ich lese dort von frühkindlichem Trauma durch Verlust einer Bezugsperson. Ja, meine Eltern haben sich scheiden lassen und ja, mein Papa und auch mein ältester Bruder haben mir sehr gefehlt… aber bisher dachte ich immer, dass ich das damals ganz gut weggesteckt habe. Und da kommen mir die Worte meiner Mutter in den Sinn. Worte, die ich damals oft hörte, wenn das Thema zur Sprache kam oder wenn andere Menschen das Thema ansprachen: „Du hast nie Probleme damit gehabt. Du hast das immer gut weggesteckt.“ So wie ich meine Mutter inzwischen kenne, glaube ich rückblickend, dass sie sich das selbst einreden wollte… vielleicht hat sie es aber auch mir erfolgreich eingeredet. Meine Mutter war und ist emotional instabil. Eine Bürde, die sie mir vererbt hat. Vielleicht genetisch bedingt, vielleicht durch ihr Verhalten, vielleicht spielte da auch beides zusammen. Ihre Reaktionen waren für mich nie nachzuvollziehen, denn sie schienen immer von ihrer Laune abzuhängen. Mal war sie abweisend, mal eine sehr liebende Mutter. Ich bin mir dessen bewusst, dass Psychologen sagen, dass Kinder die Reaktionen ihrer Umwelt immer auf sich selbst beziehen. Was sollte ich also als Kind daraus lernen, wenn die Reaktionen auf ein und dasselbe Verhalten meinerseits immer anders waren?
Dass ich jetzt an meinen letzten Job und den Chef denken muss, bringt mich wenigstens wieder zum Lachen.
Aber weiter… ich erinnere mich an Bauchschmerzen, die ich ständig hatte und viele Besuche beim Kinderarzt. Ich erinnere mich auch daran, dass meine Mutter immer eine sehr fürsorgliche Mutter war, wenn ich krank war. Krank sein war also für mich etwas, das mir einen Vorteil brachte. Denn ich bekam die Liebe und Fürsorge, die mir sonst… verwehrt blieb kann ich nicht sagen… aber die für mich sonst nicht vorhersehbar war, wann sie sich zeigte. Ich möchte jetzt keine Rückschlüsse darauf ziehen, dass ich auch heute so einige gesundheitliche Problemchen habe… Gut, ich lache kurz über mich selbst. Aber das analysiere ich vielleicht an anderer Stelle.
Und mein Vater? Tja, den habe ich natürlich selten gesehen. Und wenn ich am Wochenende bei ihm war, musste er oft arbeiten. Er ist zudem ein Mensch, der seine Emotionen nicht zur Schau stellt. Viele Jahre glaubte ich daher, dass ich ihm nicht wichtig sei. Erst in einer Aufarbeitung während der Therapie, kamen wir uns wieder näher. Seitdem kann ich sein Verhalten einordnen. Ich weiß aber noch, dass ich auf verschiedenste Weisen versuchte, ihm Emotionen zu entlocken um einen Beweis dafür zu bekommen, dass er mich liebt.
Ich wuchs also mit einer emotional instabilen Mutter und einem sowohl physisch als auch emotional abwesendem Vater auf. Noch dazu mit andauerndem Verlust meiner gewohnten Umgebung und meiner Freunde. Ja Mama, natürlich habe ich das alles sehr gut weggesteckt! *hust*

Als ich den Schmutz von dem Stein endlich abgeschrubbt habe, bin ich ganz schön erledigt. Ich bin geradezu nass geschwitzt. Von einem Stein… In der Zwischenzeit hat es auch angefangen zu regnen, doch ich will zumindest einen Stein heute fertig haben. Dass ich mehr nicht mehr schaffen werde, ist mir inzwischen auch klar… Als nächstes möchte ich den Stein umsetzen. Doch als ich ihn aus dem Haufen herausheben möchte, rührt er sich kaum. Ich versuche es noch mal, doch wieder nichts. Mit einer Taschenlampe bewaffnet leuchte ich zwischen den Steinhaufen um zu sehen, wo er festhängt. Und dabei stelle ich fest, dass er viel größer ist als ich vermutet hatte…

So, und jetzt mal klare Worte: Ich habe damals ein Trauma erlitten und ja, das hat meiner kleinen Seele damals einen großen Schaden zugeführt. Das zeigte sich damals und das zeigt sich auch heute noch. Ich leide unter Verlustängsten, Bindungsängsten, ich habe ein Problem damit anderen Menschen zu vertrauen und ich kann das Verhalten meines Gegenübers schwer einschätzen. Noch heute beziehe ich oft die Reaktionen meines Umfeldes auf mich persönlich und auch heute kann ich den Liebesbekundungen meines Gegenübers nicht trauen. Ich brauche die Bestätigung des Gegenübers, weil ich nie gelernt habe darauf zu vertrauen, dass mein Gegenüber mich liebt und bei mir bleibt. Ich habe es nie geschafft eine wirklich enge Bindung zuzulassen. Bis heute hatte ich noch keine feste Paarbeziehung. Warum nicht? Weil ich nicht glaube, dass mich jemand wirklich lieben kann. Weil ich überzeugt davon bin, dass mich jeder früher oder später verletzt und mich verlässt.

Schadet sie mir?
Wie ich soeben festgestellt habe, schadet mir das in der Tat. Die Verlustängste quälen mich sobald sie auftreten, mein Betteln um Bestätigung quält mich und auch die Tatsache, dass ich meinem Gegenüber nur schwer vertrauen kann und dadurch… vereinsame ist ein zu hartes Wort, ich habe ja Freunde und meine Familie, aber dennoch fühle ich mich oft einsam und eigentlich wünsche ich mir auch die Nähe, die mir solche Angst macht. Angst wieder verletzt und verlassen zu werden.

Lösungsansätze
Zunächst muss ich mir kurz selbst auf die Schulter klopfen. Denn inzwischen bin ich durchaus in der Lage, Menschen zu vertrauen. Ja, es dauert und ja, manchmal ist es wackelig, aber ich kann es! Und darauf kann ich auch ruhig mal stolz sein!
Auf www.verlustangst.de finde ich folgende Tipps dafür, wie man Verlustängste heilen kann:
sich selbst besser kennenlernen, herausfinden wann und wie sich die Verlustängste zeigen und wo die Ursachen dafür liegen – Check! Das hab ich ja schon mal getan.
Selbstwertgefühl stärken – ähm ja… Selbstwert… da war es wieder
„Ein wichtiger Schritt um Verlustängste zu überwinden ist das eigene Selbstwertgefühl zu stärken. Auch hierbei kann eine Psychotherapie helfen. Aber auch konkrete Verhaltenstipps können ein Anfang sein. Anfangen kann man hier mit den Gedanken. Betroffene werden sich bei genauer Selbstbeobachtung dabei ertappen, wie sie negative Verhaltensweisen des Partners und situationsabhängige Konflikte schnell persönlich nehmen und auf ihre eigene Wertlosigkeit beziehen – hier ist es wichtig umzudenken. Dies kann zum Beispiel schriftlich geschehen, in dem man die Situation, die damit zusammenhängenden negativen Gefühle und Gedanken, die man hatte festhält und dann aufschreibt, welche Gedanken jemand mit einem besseren Selbstwertgefühl sich in der gleichen Situation gemacht hätte oder welche Gründe noch für das Verhalten des Partners verantwortlich sein könnten. Mit der Zeit wird es immer besser gelingen die positiven Gedanken für sich zu übernehmen.“
Ein Anfang dafür ist dieser Blog. Sicher werde ich hier demnächst einige solcher Situationen auseinandernehmen.
Kommunikation – Gut, ich soll also mit meinem Gegenüber darüber sprechen. Ja, das halte ich für eine gute Idee… aber das kommt ganz auf das Gegenüber an. Mit meinem Chef werde ich darüber bestimmt nicht sprechen, aber gut, da sind es auch weniger Verlustängste die mich quälen. Aber ich denke, mit einigen werde ich durchaus darüber sprechen können.
Blick auf das Positive – Ich soll mir die positiven Aspekte der Beziehung vor Augen führen. Das ist gut… Was die gemeinsamen Rituale betrifft wird es schwierig. Jedoch bezieht sich der Artikel auch auf die Partnerschaft und nicht unbedingt auf Freundschaft. Ob und wie ich das auf der Ebene umsetzen kann, wir werden sehen.

Welche Werkzeuge stehen mir zur Verfügung?
Die Liste meiner Stärken ist mir hierbei schon mal eine Hilfe. Denn hier finde ich einiges, was ich nutzen kann:
Meine sozialen Kompetenzen wie etwa Empathie und Ehrlichkeit werden mir helfen können die Kommunikation zu suchen. Ich hoffe, dass mir dabei auch mein Mut zur Seite steht.
Reflexion und Lösungsorientiertheit habe ich hier bereits gut nutzen können.

Welche Aufgaben ergeben sich daraus?
Beziehungen überprüfen: Bei welchen Beziehungen treten meine Verlustängste auf?
Situationen analysieren: Wann treten sie auf und wie äußern sie sich? Skills entwickeln: Was könnte mir in dem Moment helfen, die Ängste zu lindern?
Kommunikation: Das offene Gespräch mit dem betroffenen Gegenüber suchen.

Anmerkung
Ursprünglich hatte ich vor, all meine „Schwächen“ in einem Blogeintrag zu bearbeiten. Ich dachte, das lässt sich ja kurz und knapp erledigen. Witzig, was ich so manchmal denke… Damit, dass es so tief geht, hatte ich nicht gerechnet. Die Analyse meiner „Schwächen“ wird wohl etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen. Aber ich denke, das ist gut so…

Für heute reicht es mir! Ich habe zwar „nur“ einen Stein geschafft, aber der hat mich ganz schön herausgefordert. Heute ist mir klar geworden, was ich mir da als Projekt vorgenommen habe. So ein bisschen im Garten buddeln und hier und da ein Pflänzchen säen… nein, ganz so einfach ist es nicht mit der Gartenarbeit. Weil ich so erledigt bin, mache ich es mir für den Rest des Tages in einem Sessel unter einer großen Tanne bequem. Denn heute steht nur noch Eines auf dem Plan: Energie tanken… und ist der Tank morgen wieder aufgefüllt, dann geht es mit dem nächsten Stein weiter. Und diesmal weiß ich, was da auf mich zu kommt…

4 Gedanken zu “Steingarten Tag 2

  1. Ja, dieser kleine Fuchs freut sich und lächelt mit schönen Erinnerungen in sich hinein.
    Deine Gartenarbeit wird meistens leider nicht schön sein, sondern anstrengend, oft frustrierend und manchmal wird es so aussehen als hätte sich trotz all der harten Arbeit nichts getan. Umso wichtiger ist es deshalb, dass du auf jeden Schritt zurückblicken kannst und staunen wirst, wie viel du tatsächlich doch erreichen konntest. Ich wünsche daher viel Kraft für die weitere Reise!

    Gefällt 1 Person

    • Ich danke Dir mein lieber Fuchs!
      Nicht nur für Deine lieben Worte, sondern weil Du einfach da bist. 😘🦊
      P.S.: Als ich neulich an Deinem Garten vorbei lief, sah ich einen scheuen Hasen zwischen deinen Blumen verschwinden. 🐇

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  2. Liebe Biene,
    einen schönen Namen hast Du Dir ausgewählt. In Deiner Gartenskizze habe ich gefunden, was Du mit Bienen verbindest 🙂
    Du verwendest eine klare und verständliche Sprache in Deinen Beiträgen. Das schätze ich sehr, denn es macht Appetit darauf, mehr von Dir zu lesen.
    Liebe Grüße aus Frankfurt
    Max

    Gefällt 2 Personen

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